Impuls-Vortrag zum naturwissenschaftlichen Unterricht in der Oberstufe der Waldorfschulen mit Horst Grineisen

Am 20. und 21. Oktober war Horst Grineisen, Oberstufenlehrer für Naturwissenschaften und Mathematik an der Waldorfschule Hagen, bei uns zu Gast: Er besuchte am Donnerstag den Unterricht und die Konferenz, hielt einen Elternvortrag und vertiefte am Freitag in einer seminaristischen Arbeit Fragen zur Erkenntnis- und Urteilsbildung und den Naturwissenschaften in der Oberstufe.

Bezugnehmend auf die Aufgaben, die beim Aufbau einer Oberstufe auf uns zukommen, ging es in der Konferenzarbeit darum, wie ein Unterricht stattfinden kann, der aufweckend auf die Schüler wirkt. In seinem Vortrag schloss er an die naturwissenschaftlichen Ideen des Deutschen Idealismus, insbesondere von Goethe und Novalis an, die als Forscher und Dichter versuchten, ihre Stimme der Natur zu leihen, damit diese sich aussprechen könne. Genaue Beobachtung, ein angemessener Gebrauch der eigenen Sinne, gehe einer produktiven naturwissenschaftlichen Erkenntnis voraus, die durch eine experimentelle Urteilsbildung erlangt würde. Es wurden Differenzen zu einer analytischen und auf Nutzen ausgerichteten Naturwissenschaft und zu Modelltheorien deutlich, was in dem Seminar zu vertiefenden Diskussionen führte.

Im Fazit meinte Horst Grineisen, dass es in der Naturwissenschaft auf die von Liebe und Verständnis für die Natur geprägte Gesinnung ankomme, aus der sich die Methode ergebe. Für den Unterricht bedeutet das, dass die Schüler/Innen zunächst das eigenständige Beobachten und Urteilen an Experimenten erüben, um sich in den obersten Klasse auch mit bekannten Modellen und Theorien kritisch auseinanderzusetzen.

im Gespräch mit Horst Grineisen