Heileurythmie

Braucht ein Kind für eine gewisse Zeit zusätzliche Hilfe und Unterstützung, um gesundheitliche, seelische oder schulische Klippen zu überwinden, bietet die Schule therapeutische Hilfe in Form von Heileurythmie an. Sie gehört zu den Therapiemethoden der anthroposophischen Medizin.

In der Heileurythmie wird aus den Gesetzmäßigkeiten und Kräften der eurythmischen Laute heraus gearbeitet. Die Gestaltungsdynamik, die in der Lautbildung – d.h. im Aussprechen von Vokalen und Konsonanten – enthalten ist, wird in der Heileurythmie in Bewegung umgesetzt und erlebbar gemacht. Die heileurythmischen Bewegungen wirken von außen nach innen. Jeder Laut, jede Bewegung steht in einer bestimmten Wirkungsweise zu den Vorgängen unseres Organismus. Sprache und Bewegung beeinflussen unseren Atem, regen ihn an oder können ihn beruhigen. Vokale, Konsonanten, Rhythmen und Körperübungen werden für das einzelne Kind individuell zusammengestellt und in den Übeinheiten regelmäßig wiederholt. Diese therapeutische Arbeit wirkt stärkend bis in die Lebenskräfte und Organfunktionen hinein.

Auch zur Prävention – im Sinn der Salutogenese – kann die Heileurythmie wirkungsvoll eingesetzt werden, da gerade im Entwicklungsalter schon Entscheidendes bewirkt wird, durch die therapeutische Förderung. Das Kind erfährt hierdurch eine Unterstützung, sich den schulischen und sozialen Herausforderungen zu stellen und sich innerhalb der Gemeinschaft seiner Individualität gemäß zu entwickeln.

Sabine Gühne