Systemische Hörtherapie

Die Systemische Hörtherapie basiert auf den Erkenntnissen von Professor Dr. Alfred Tomatis (1919-2001).

Der französische Hals-, Nasen-, Ohrenarzt, Forscher und Psychologe leistete auf dem Gebiet der Erforschung des Hörens und vorgeburtlichen Lebens Pionierarbeit. Er erkannte die Bedeutung des Hörens im Mutterleib im Zusammenhang mit den grundlegenden physiologischen, neurologischen und seelisch-geistigen Reifungsprozessen, sowie der Kommunikation und der damit verbundenen Bindungsfähigkeit des Menschen.

Im Unterschied zu den Augen sind unsere Ohren immer geöffnet. Wir hören immer.
Dennoch nehmen wir nur einen geringen Teil dessen, was in unsere Ohren dringt, bewusst wahr.

Indem ich hinhorche, zuhöre, lausche, blende ich Unwichtiges, Störendes aus. Ich bin fähig, mich zu konzentrieren: auf die Stimme eines Gegenübers, eine Musik, Gefahrenquellen im Straßenverkehr oder auch auf die eigene, „innere Stimme“.

Zuhören, Horchen, Lauschen bedeutet Wachheit und setzt einen ausgereiften Gleichgewichtssinn, einen guten Kontakt zur Schwere, eine Zentrierung des Körpers und eine eutone (ausgeglichene) Körperspannung voraus.

Manchmal sind trotz normalen Hörvermögens die Fähigkeit oder der Wille zum Hinhören und die Hörverarbeitung beeinträchtigt. Dies kann bei Kindern und Erwachsenen weitreichende Folgen für das Fühlen, die Sprache, das Denken, die Bewegungen, schlussendlich für das Verhalten, die Kommunikations- und Bindungsfähigkeit haben.

Jeder Mensch hat sein eigenes „Hörmuster“. Dieses Hörmuster kann mittels eines speziellen Hörtests (Audiogramm) sichtbar gemacht werden. Mithilfe weiterer sensomotorischerund graphomotorischer Tests entsteht ein umfassendes Bild. Dieses bildet die Grundlage für die individuelle Hörtherapie.

Anders als in der logopädischen Therapie arbeiten wir in der Systemischen Hörtherapie, gezielt an der Verbesserung der Hörwahrnehmung, um die Hörverarbeitung anzuregen und nachreifen zu lassen. Somit kann die Systemische Hörtherapie ein wunderbarer „Türöffner“, ein Impulsgeber für die Verbesserung des Hinhörens und Verstehens, der Konzentration, der Sensomotorik, des Sprechens und der Sprache und letztendlich für Kommunikations- und Bindungsfähigkeit sein.

Ines Kux